Frau Burner denkt laut: Trotz ist aufgestanden (Teil 4) und mit Einsamkeit durch die Tür gegangen – zum Fest. Doch an der Schwelle wartet die nächste Frage, vielleicht die schwerste von allen: Darf ich hier überhaupt sein?
Angekommen, aber nicht drinnen
Trotz und Einsamkeit stehen im Türrahmen. Drinnen Licht, Musik, Stimmen. Trotz bleibt stehen, unschlüssig.
| Wer spricht | Dialog |
|---|---|
| Einsamkeit: | Warum gehst du nicht rein? |
| Trotz: | Schau sie dir an. Sie feiern schon lange. Ich komm zu spät. |
| Einsamkeit: | Vielleicht ist es nie zu spät für eine Tür. |
| Trotz: | Sag das nicht mir. Sag das dem, der drinnen steht und mich ansieht. |
Am Rand des Festes steht eine Gestalt, die Trotz nicht aus den Augen lässt: Neid.
Neid an der Schwelle
| Wer spricht | Dialog |
|---|---|
| Neid: | Du willst wirklich reingehen? |
| Trotz: | Ich will’s versuchen. |
| Neid: | Ich steh hier schon länger als du. Hab zugesehen, wie andere gefeiert wurden, für Dinge, die ich auch getan hab – nur hat’s keiner gesehen. Und jetzt kommst du, nach all der Zeit draußen, und sollst einfach so rein? |
| Trotz: | Ich weiß nicht, ob ich’s verdient hab. |
| Neid: | Verdient hat’s keiner. Das ist ja das Ungerechte daran. |
Trotz schweigt. Etwas in ihm gibt Neid recht – und genau das macht ihn wieder schwer.
Scham tritt dazu
Eine zweite Gestalt löst sich vom Türrahmen, den Blick gesenkt: Scham.
| Wer spricht | Dialog |
|---|---|
| Scham: | Er hat recht, weißt du. Du hast lange gebraucht. Du hast dich lange verweigert. Was, wenn sie sich erinnern? |
| Trotz: | Woran? |
| Scham: | An alles, was du am Tisch gesagt hast, bevor du aufgestanden bist. |
| Einsamkeit: | Ich war dabei. Ich hab’s gehört. Und ich geh trotzdem mit rein. |
| Scham: | Du bist auch nicht gerade jemand, dem man applaudiert. |
| Einsamkeit: | Nein. Aber ich muss auch nicht mehr allein feststecken, nur weil du mir sagst, ich passe nicht rein. |
Neid und Scham wechseln einen Blick – als würden sie merken, dass sie gerade nicht mehr ganz allein die Kontrolle haben.
| Wer spricht | Dialog |
|---|---|
| Trotz: | Und wenn ihr beide recht habt? Wenn ich’s wirklich nicht verdient hab? |
| Einsamkeit: | Dann ist es trotzdem eine offene Tür. Nicht weil du’s verdient hast. Sondern weil sie offen ist. |
Andere wegzuschicken oder sich selbst im Schatten zu halten – das ist ein bekannter Schutzmechanismus.
Und du? Stehst du gerade eher bei Neid, der zählt, wer was verdient hat – oder bei Scham, die dich zurückhält, bevor du überhaupt einen Schritt gemacht hast? Oder stehst du schon an der Tür, wie Trotz, und fragst dich nur noch, ob du reingehst?
Schreib’s mir gern in die Kommentare.
„Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und wurde von Herzen bewegt.“ (Lk 15,20)
Wenn dir diese Geschichte gefällt, teile sie gern weiter. ❤️
Falls du die Vorgeschichte verpasst hast:
Teil 1 Trotz und Barmherzigkeit
Teil 2 Trotz, Bevormundung und Angst
Teil 3 Trotz und Einsamkeit
Teil 4 Trotz, Macht und Sanftmut

Schreibe einen Kommentar