Frau Burner denkt laut: Ihr kennt Trotz schon aus dem ersten Gespräch mit Barmherzigkeit und den vollen Tisch, an dem sich in Teil 2 noch Angst, Bevormundung und Vertrauen dazugesetzt haben. Diesmal ist der Tisch fast leer. Nur einer sitzt noch da.
Trotz sitzt allein am Tisch, den Blick gesenkt, die Schultern hängend. Der Stuhl neben ihm ist leer. Da öffnet sich die Tür – Einsamkeit schleicht herein, schlurfend, langsam.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Einsamkeit: | Darf ich mich setzen? |
| Trotz: | Die anderen sind eh weg. |
| Einsamkeit: | Ich weiß. Deshalb bin ich hier. |
Stille. Einsamkeit setzt sich einfach dazu, ohne zu drängen.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Trotz: | Ich wollte nur, dass jemand sieht, was ich getan hab. |
| Einsamkeit: | Ich weiß. Das hast du schon Barmherzigkeit gesagt. |
| Trotz: | Und jetzt sitz ich hier. Allein. |
| Einsamkeit: | Ja. Weißt du, das steht sogar in der Bibel. Ganz am Anfang: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ (Gen 2,18) Nicht mal Gott wollte das für den Menschen. |
| Trotz: | Und trotzdem sitz ich hier. |
Überheblichkeit kommt dazu, bleibt aber stehen, redet von oben herab – freundlich, fast tröstend.
| Sprecher | Text |
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| Überheblichkeit: | Weißt du was? Das ist gar nicht schlimm. |
| Trotz: | Nicht? |
| Überheblichkeit: | Nein. Die anderen feiern da drin, weil sie’s nicht besser wissen. Du bist allein, weil du klarer siehst als sie. |
| Trotz: | Klarer? |
| Überheblichkeit: | Du hast verstanden, was Gerechtigkeit bedeutet. Die da drin haben sich nur trösten lassen. Sei stolz auf deine Einsamkeit. Sie ist ein Zeichen von Weisheit. |
Einsamkeit sieht Überheblichkeit an, ruhig, fast mitleidig.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Einsamkeit: | Weisheit, sagst du. |
| Überheblichkeit: | Ja. |
| Einsamkeit: | Da gibt’s auch einen Vers zu: „Wer unter euch meint, weise zu sein, der werde ein Narr, damit er weise werde.“ (1 Kor 3,18) |
| Überheblichkeit: | Das ist gegen mich gerichtet. |
| Einsamkeit: | Vielleicht. Oder es zeigt nur, wie oft Weisheit und dein Gesicht verwechselt werden. |
Trotz sieht zwischen beiden hin und her.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Trotz: | Also fühl ich mich nicht gut, weil ich allein bin. |
| Überheblichkeit: | Fühlen ist nicht Erkennen. |
| Trotz: | Und wenn ich lieber fühlen würde, statt recht zu haben? |
Barmherzigkeit tritt wieder in den Raum. Bleibt an der Tür stehen.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Barmherzigkeit: | Darf ich was fragen, Trotz? |
| Trotz: | Du kommst immer wieder. |
| Barmherzigkeit: | Ja. Willst du recht behalten – oder willst du nicht mehr allein sein? |
Trotz schweigt lange. Überheblichkeit will etwas sagen, aber Barmherzigkeit hebt kurz die Hand.
| Sprecher | Text |
|---|---|
| Barmherzigkeit: | Beides zusammen geht nicht. Das ist der Preis der Tür. |
| Trotz: | Und wenn ich beides nicht loslassen kann? |
| Barmherzigkeit: | Dann bleibst du sitzen. Mit ihr. |
Barmherzigkeit nickt zu Einsamkeit hinüber, dreht sich um, geht aber nicht weit. Überheblichkeit bleibt stehen – unschlüssig, ob sie zuhören oder gehen soll.
Und du? Sitzt du gerade eher bei der Überheblichkeit, die dir sagt, allein sein sei stark – oder erkennst du, dass Barmherzigkeit an der Tür auf dich wartet?
Schreib’s mir gerne in die Kommentare. Schau gerne wieder vorbei – und wenn dich das Gespräch berührt hat, teile es gerne ❤️
„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ (Gen 2,18)
Falls du die Vorgeschichte verpasst hast: Hier geht’s zu Teil 1 und hier zu Teil 2.

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