Wäscheleine mit dunkler wäsche, übersät mit weissen papierflusen

Taschentuch in der Waschmaschine vergessen – was mir das über Glauben gezeigt hat

Frau Burner denkt laut über das, was wir mit uns herumtragen

Ich habe einen Fehler gemacht. Einen kleinen. So einen, den man erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Ich hatte ein Papiertaschentuch in einer Hosentasche vergessen.

Die Waschmaschine fand das nicht schlimm. Meine Wäsche schon.

Aufgefallen ist es mir erst beim Aufhängen: Jedes Hemd, jede Hose, jedes Handtuch – alles voller Flusen. Die Maschine hatte sehr gründlich gearbeitet. Und sehr gerecht. Jeder bekam etwas ab.

Eine Bekannte sagte später zu mir: „Mit einem richtigen Stofftaschentuch wäre das nicht passiert.“

Autsch. Aber sie hat recht: Das Echte hält die Hitze aus. Das Billige zerfällt und hängt sich an alles.

Was habe ich eigentlich noch alles in meinen Taschen?

Da stand ich also, mit einer ziemlich klebrigen Frage im Kopf: Was trage ich eigentlich noch unbemerkt mit mir herum?

  • Den alten Ärger.
  • Die Kränkung, die ich „längst vergeben“ habe.
  • Den Satz, den ich nie gesagt habe.
  • Das Thema, das wir „nicht mehr erwähnen“.
  • Die Wahrheit, die ich mir zurechtgebogen habe, weil sie unbequem war.

Klein. Zusammengeknüllt. Unsichtbar.

Von außen sieht ja alles sauber aus. Ich sehe sauber aus. Ich klinge sauber. Ich bete sogar sauber.

Bis es heiß wird.

Wenn es heiß wird

Eine Krise. Ein Streit. Eine Diagnose. Oder einfach ein Mensch, der genau den wunden Punkt trifft.

Dann dreht sich alles. Und was ich so schön versteckt hatte, zerfällt und verteilt sich: Auf meine Worte. Auf meinen Ton. Auf Menschen, die gar nichts dafür können.

Die Bibel nutzt dafür kein Waschmaschinenbild, meint aber genau dasselbe:

„… dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie befleckt werden.“

— Hebräer 12,15

Viele. Durch eine einzige Sache, die zerfällt.

Und dann hängt die Wäsche auch noch auf der Leine. Für alle sichtbar. Genau so ist es manchmal mit uns: Wir denken, wir haben es im Griff – und dann sieht es die ganze Nachbarschaft.

Echt sein heißt nicht, sauber zu bleiben

Dann habe ich das Stofftaschentuch angeschaut. Es wird benutzt. Schmutzig. Gewaschen. Wieder benutzt. Es hält das aus, weil es dafür gemacht ist. Es wird nicht weggeworfen, nur weil es einmal gebraucht wurde.

Vielleicht heißt echt sein nicht, nie schmutzig zu werden. Vielleicht heißt echt sein: Nicht zu zerfallen, wenn es heiß wird. Und sich waschen zu lassen.

Zeig mir deine Taschen

Genau da kommt Gott ins Spiel. Nicht als Richter mit erhobenem Zeigefinger, sondern als einer, der liebevoll sagt: Zeig mir deine Taschen.

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.“

— Psalm 139,23

Ich weiß, das ist unbequem. Taschen leeren tut weh, manches klebt fest. Aber es ist besser, ich finde es selbst – bevor es heiß wird.

Denn bei Gott gibt es keine Einwegmenschen. Auch nicht, wenn du schon einmal in der Hitze zerfallen bist.

Was steckt bei dir noch in der Tasche? Ich freue mich auf deine Gedanken in den Kommentaren oder schreib mir gerne per Mail. Und teile gerne meine Gedanken weiter.

Deine Frau Burner 💕

Lese-Tipp: Über leere Taschen habe ich schon einmal nachgedacht – im Beitrag „Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Diesmal geht es um die vollen.

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Kommentare

3 Kommentare zu „Taschentuch in der Waschmaschine vergessen – was mir das über Glauben gezeigt hat“

  1. Avatar von Beste
    Beste

    Liebe Frau Burner ich vermisse das Vorlesen
    Es tut so gut ihre Stimme zu hören
    Gesegneten Tag

    1. Avatar von frauburner

      Vor lauter Flusen entflusen kam dies leider zu kurz, liebe Beste. Sehr aufmerksam, ich werde es nachreichen 😉❤️

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