Manchmal braucht es nur einen einzigen Abend, einen Vortrag oder eine Diskussion auf einer Veranstaltung, um das Gedankenkarussell so richtig in Schwung zu bringen. Genau so ging es mir vor Kurzem. Ich saß da, habe zugehört und dachte mir: „Mensch, darüber musst du unbedingt mal laut nachdenken!“ Das Thema lässt mich seitdem einfach nicht mehr los – es betrifft unser aller Leben, unseren Alltag und die Zukunft.
Es geht um das ganz große Versprechen der modernen Technik. Sie verspricht uns heute ja fast alles – sogar die Überwindung unserer eigenen Vergänglichkeit. Sie fasziniert uns, erleichtert uns den Alltag und verschiebt die Grenzen dessen, was machbar ist, immer weiter nach hinten. Aber wenn man mal ganz ehrlich und tief in sich hineinhört: Kann die moderne Technologie am Ende wirklich halten, was sie uns verspricht?
Auf den Spuren von Paul Schütz
In dem Vortrag, den ich besucht habe, fiel ein Name, der bei mir hängengeblieben ist: Paul Schütz (1891–1985). Er war ein deutscher evangelischer Theologe. Der Redner erwähnte ihn nur kurz, aber ich war so fasziniert, dass ich mich danach erst einmal selbst auf Recherche begeben habe. Und was ich da gelesen habe, hat mich echt umgehauen! Schütz erkannte nämlich schon vor Jahrzehnten glasklar, wohin die Reise unserer modernen Gesellschaft geht.
Für ihn war die moderne Technik keine bloße, neutrale Erfindung des Menschen. Er bezeichnete sie treffend als eine „verirdischte Heilsgestalt“. Ein sperriger Begriff, aber wenn man genauer hinsieht, trifft er den Nagel auf den Kopf! Es bedeutet doch nichts anderes als: Die Technik verspricht heute im Grunde genau das, was einst nur die Religion versprechen konnte: Rettung, Unsterblichkeit und Allmacht. Sie ist der Versuch, das Paradies mit menschlichen Mitteln auf die Erde zu holen.
Die drei Versprechen der modernen Technik
Bei meiner anschließenden Spurensuche bin ich auch auf den Kulturphilosophen Constantin von Barloewen gestoßen. Seine Analysen zu unserer digitalen Welt beschreiben diese Entwicklung sogar noch radikaler: Die Technik will die physikalische Wirklichkeit nicht mehr nur nachmachen – sie will sie vollständig ersetzen. Leben und Tod im klassischen Sinne sollen im Grunde überflüssig werden.
Wenn wir uns in unserem Alltag umschauen, merken wir, dass die Technik heute an drei ganz konkreten Fronten gegen unsere Sterblichkeit kämpft:
- Rettung vor dem Tod: Durch moderne Transplantation, Genmanipulation und biologische Optimierung versuchen wir, den körperlichen Verfall immer weiter hinauszuzögern.
- Rettung aus dem Tod: Durch das Einfrieren von Körpern oder die elektronische Konservierung von Gehirndaten (das sogenannte „Mind Uploading“) soll unser Bewusstsein im Computer weiterleben.
- Rettung nach dem Tod: Durch das Erschaffen künstlicher Welten, digitaler Avatare von Verstorbenen und die Vision von einer allwissenden künstlichen Intelligenz soll ein rein technisches Jenseits entstehen.
Arthur C. Clarke – der Prophet einer neuen Religion
Mal eine Frage an euch: Kennt ihr den Roman oder den Film-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“? Ein Werk, das die Menschheit bis heute gleichermaßen fasziniert und erschreckt. Genau hier kommt ein weiterer, absolut faszinierender Vordenker ins Spiel: Arthur C. Clarke (1917–2008), der britische Science-Fiction-Autor, der dieses Buch geschrieben hat.
Clarke war kein Christ. Er war einfach zutiefst fasziniert von den schier unbegrenzten Möglichkeiten des Fortschritts und glaubte an eine Art Allmacht der Technologie. Er sagte einmal ganz offen: „Vielleicht ist unsere Rolle auf diesem Planeten nicht, Gott anzubeten, sondern ihn zu erschaffen.“
Genau da liegt doch der Kern unserer modernen Sehnsucht, oder? Wenn wir Gott aus unserem Leben wegwischen, versuchen wir ganz schnell, uns selbst einen neuen zu bauen.
Die Antwort des Evangeliums: Glaube trifft Sehnsucht
All diese technologischen Höchstleistungen, meine Recherchen und die utopischen Ideen der Wissenschaft zeigen mir vor allem eines: Der Mensch kann den Tod und seine eigene Begrenztheit zutiefst nicht ertragen. Die Sehnsucht nach Ewigkeit, nach einem „Für-immer“, ist fest in unsere DNA eingraviert. Wir spüren alle, dass wir für mehr gemacht sind als für ein kurzes Aufflackern und schnelles Vergehen.
Doch wo die Technik versucht, uns mit Methoden, Daten und Algorithmen zu retten, setzt mein Glaube ganz anders an.
Jesus Christus stellt sich nicht hin und sagt: „Ich zeige dir ein System, ein Programm oder eine Methode.“ Er sagt im Johannesevangelium (Kapitel 11, Vers 25) etwas viel Radikaleres, das mich mitten im Alltag zutiefst berührt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Das ist für mich der entscheidende Unterschied! Uns rettet kein technisches Upgrade, kein System und keine noch so schlaue KI. Uns rettet eine Person. Die Antwort auf unsere tiefste Angst ist kein Computerprogramm, sondern eine lebendige Beziehung – das unverdiente Geschenk der göttlichen Gnade.
Die Technik fordert uns auf, uns gefälligst selbst unsterblich zu machen. Gott lädt uns ein, die Hände aufzumachen und uns von ihm beschenken zu lassen.
Jetzt habe ich eine ganze Weile laut vor mich hin gedacht. Aber wie sieht das bei dir aus? Wenn du in deinem Alltag mal einen Moment zur Ruhe kommst: Wonach sehnst du dich eigentlich tief in deinem Herzen?
Gott hat allem auf dieser Welt schon im Voraus seiner Zeit bestimmt, er hat sogar die Ewigkeit in die Herzen der Menschen gelegt. Aber sie sind nicht in der Lage, das Ausmaß des Wirkens Gottes zu erkennen, sie durchschauen weder, wo es beginnt, noch wo es endet. ( Pred.3,11)
Hinterlasse gerne einen Kommentar !
Alles Liebe ! Deine Frau Burner, die mal wieder laut gedacht hat 💕
Schreibe einen Kommentar