Er ist wieder da.
Ich habe ihn selbst beobachtet – erst auf der Wiese, ruhig schreitend, den Blick gesenkt. Dann oben im Nest, hoch auf seinem Pfahl, vor einem strahlend blauen Himmel. Ich musste stehen bleiben und einfach schauen.

Der Storch ist jedes Jahr aufs Neue ein kleines Wunder.
Ein Tier, das Treue lebt
Der Storch geht in den Süden – aber er kommt wieder. Zum selben Nest. Zum selben Partner. Wir Menschen warten schon auf ihn. Und wenn er zurückkommt, ist es wie ein stilles Versprechen: Ich bin wieder da.
Er ist treu in der Partnerschaft. Er schützt die Alten – in vielen Kulturen gilt der Storch als Hüter der Eltern und Großeltern. Er umgibt sie und lässt sie nicht allein.

Ein Lehrmeister der Ruhe
Der Storch sucht geduldig. Er schreitet langsam über die Wiese, den Blick nach unten – aufmerksam, ruhig, ohne Hast. Er vertraut darauf, dass er findet, was er braucht.
Ich habe ihn beobachtet und musste innerlich stehen bleiben.
Wie oft hetzen wir durch den Tag – suchend, zweifelnd, ängstlich? Und dabei übersehen wir, was direkt vor uns liegt.
Der Storch hat mir ohne ein einziges Wort etwas gesagt: Vertraue. Geh ruhig. Du wirst finden, was du brauchst.
Denn Gott sorgt. Nicht laut. Nicht spektakulär. Aber zuverlässig – jeden Tag, Schritt für Schritt.
Ich stand da und schaute ihm nach. Und plötzlich – ich kann es kaum erklären – konnte ich wieder aufatmen. Eine Ruhe legte sich über mich. Eine Zuversicht, die ich mir nicht selbst gemacht hatte.
Sie war einfach da.
Vielleicht ist das das Geheimnis solcher Momente: Gott spricht nicht immer durch große Worte. Manchmal schickt er einen Storch.
Stilles Bein – aktives Bein
Hast du jemals beobachtet, wie der Storch steht? Manchmal steht er völlig still – ein Bein gerade, ruhig, unbeweglich. Das ist für mich das Bild des stillen Gebets. Der Meditation. Des Innehaltens.
Dann streckt er das Bein nach vorne – und schreitet. Aktiv. Entschlossen. Nach vorne.
Beides gehört zusammen: die Stille und der Schritt nach vorne.
Bibelvers
Matthäus 6,26:
„Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen – und euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“
Zum Nachdenken
• Wo in deinem Leben brauchst du gerade das stille Bein – die Ruhe und das Gebet?
• Wo ist es Zeit, das Bein nach vorne zu strecken – aktiv zu werden?
• Wann hast du zuletzt in der Natur einen Moment erlebt, der dich innerlich zur Ruhe gebracht hat?
Ich freue mich über deine Gedanken in den Kommentaren.
Frau Burner denkt laut – Glaube trifft Alltag
Gottes Segen!
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