Wer ist hier krank ? Eine Frage aus dem Supermarkt

Vorschaubild: Ein alter Mannmit Rollator und ein junger Mann mit Handy

Letzte Woche schrieb ich über drei Menschen, die mich lehrten, was Lebenskunst bedeutet. Heute stellt mir das Leben bereits die nächste Frage.

Ich gehe einkaufen. Nichts Besonderes. Und trotzdem lässt mich dieser eine Moment einfach nicht mehr los:

Ein alter Mann schiebt sich mit dem Rollator voran – gebückt, langsam, Schritt für Schritt. Neben ihm stolziert jemand: aufrecht, gesund, voller Energie. Und starrt auf sein Handy.

Beide nehmen im ersten Moment nichts wahr. Beide sind ganz bei sich. Beide scheinen blind für alles um sie herum zu sein. Und da fragte ich mich plötzlich: Wer ist hier eigentlich krank?

Unsere Illusion von Gesundheit

Wir haben in unserer Gesellschaft eine sehr klare, fast mechanische Vorstellung von Gesundheit: Kein Arztbefund. Kein Schmerz. Ein funktionierender Körper. Fertig.

Aber was ist mit dem Menschen, der zwar läuft – und trotzdem nirgendwo ankommt? Der sieht – und trotzdem nichts wahrnimmt? Der lebt – und trotzdem nicht wirklich da ist?

Ein kaputtes Knie sieht man. Eine kaputte Seele nicht.

Die Bibel kennt ein wunderschönes Wort dafür: Shalom. Es bedeutet eben nicht bloße Schmerzfreiheit. Es bedeutet Ganzheit – Körper, Seele und Geist im Einklang. Der Mensch, der mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen und mit Gott tief verbunden ist.

Die tiefere Not

Wenn Jesus Kranke heilt, stellt er oft zuerst eine überraschende Frage:

„Was willst du, dass ich dir tue?“

Das klingt im ersten Moment seltsam, wenn man es zu jemandem sagt, der offensichtlich nicht gehen kann. Aber Jesus weiß: Die eigentliche Not sitzt meistens viel tiefer als die körperliche Einschränkung.

Vielleicht ist der Mann mit dem Rollator in diesem Moment gesünder, als ich zuerst dachte. Er kämpft. Er ist präsent. Er bewegt sich durch eine Welt, die ihn langsam macht – und schaut dabei immer wieder hoch. Und der „Gesunde“? Er stolziert vorbei. Und sieht absolut nichts.

Gesundheit ist kein statischer Zustand, den man einfach erreicht. Sie ist eine Richtung, in die du schaust.

Und du?

Wann hast du das letzte Mal im Alltag wirklich hingeschaut? Ich freue mich auf deine Gedanken dazu in den Kommentaren!

Alles Liebe, Deine Frau Burner


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