Manchmal verlieren wir die Klarheit im Leben nicht durch irgendeinen großen, plötzlichen Bruch. Es passiert eher durch das Schleichende – durch das Leise, das sich ganz unmerklich ablagert. Der Staub setzt sich. Erst viel später merken wir: Das Getriebe läuft irgendwie nicht mehr rund.
Dieses Gedicht, das ich im April 2025 dazu geschrieben habe, ist eine ehrliche Selbstbefragung. Keine fertige Antwort – nur die Frage, die viele von uns kennen, aber selten laut aussprechen.
Das Gedicht: Sand im Getriebe
Sand im Getriebe. Als ich genauer hinsah, war es doch nur Staub. Wer hat meinem Blick die Klarheit geraubt?
Ich suche den Anfang, den Moment, wann das begann. War es ein Wind, der den Sand aufwirbelte – geschwind? Nein! Es muss langsamer gewesen sein.
Unauffällig legte sich Staub über Sand, Schicht für Schicht. Der Wind, der verteilte ihn nur, als er kam. Was kam wann, und wie wurde es dann?
Ich kann nur sagen: Ins Getriebe steckte ich viel Liebe, doch wie bekomme ich jetzt den Staub heraus, dass ich wieder klarer sehe bis hinunter zum Grund, und das Getriebe somit wieder läuft rund?
Die Antwort bleibt aus. Der Staub wirbelt jetzt hoch, mir direkt ins Gesicht. Ob das nun besser ist? Ich weiß es nicht.
Ist es ein Gewinn?
Wenn der Staub erst mal aufgewirbelt ist, tut das im ersten Moment oft weh und nimmt uns noch mehr die Sicht. Aber vielleicht ist genau dieses schmerzhafte Aufwirbeln der erste Schritt zur Besserung? Kann das Chaos am Ende vielleicht sogar ein Gewinn sein?
Am Ende bleibt oft nur eine Bitte, die wir abgeben können:
„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.“ (Psalm 139,23)
Zum Nachdenken für dich
Wo knirscht es in deinem Leben gerade im Getriebe?
Ist es ein großer Knall oder eher der leise Staub, der sich über die Zeit angesammelt hat? Und darf der Staub vielleicht gerade hochwirbeln, damit es danach wieder klar wird?
Ich lade dich ein, laut mitzudenken und mir deine Gedanken in den Kommentaren dazulassen!
Gottes Segen!
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