Eine alte, verwitterte Computer-Tastatur liegt auf einem rustikalen Holztisch im Freien. Aus den Zwischenräumen der Tasten wachsen grüne Blätter und kleine, blühende Kamillenblumen empor. Der Hintergrund zeigt einen sonnigen, weich gezeichneten Garten in warmen, goldfarbenen Tönen.

Ist Glück eine andere Form von Geduld? Frau Burner denkt laut

Suchen wir nicht alle nach dem großen Glück? Doch kaum jemand von uns verbindet dieses Gefühl mit einem ziemlich unglamourösen Wort: Geduld. Dabei frage ich mich in letzter Zeit immer öfter: Ist das eine ohne das andere überhaupt möglich?

Ich möchte dir ein ganz aktuelles Beispiel aus meinem eigenen Leben geben.

Ich hatte in den letzten Jahren eine regelrechte Aversion gegen Computer. Schon allein bei dem Gedanken, mich näher damit auseinanderzusetzen, habe ich innerlich abgeblockt und das Thema ganz weit weggeschoben. Das war meine Realität: Ich hatte – und habe manchmal immer noch – regelrecht Angst vor dieser digitalen Welt. Sie wirkte auf mich einfach nur überwältigend und fremd.

Aber dann kam diese Sache mit dem Bloggen. Und wie ich schon mal erzählt habe: Die pure Freude am Schreiben war am Ende einfach größer als die Angst.

Plötzlich musste ich mich dieser digitalen Welt und der Technik stellen – ob ich wollte oder nicht. Gut, ich hätte es natürlich auch einfach bleiben lassen können. Aber ich habe mich durchgebissen. Wie oft war ich frustriert, genervt und hätte am liebsten einfach den Laptop-Deckel zugeknallt! Und trotzdem saß ich da – stundenlang – und habe nicht aufgehört.

Und dann, irgendwann, kam der Moment: Ich habe es geschafft.

War das Glück?

Ich denke: Ja. Aber dieses Glücksgefühl kam nicht einfach so über Nacht angeflogen. Es war das harte Ergebnis von etwas, das ich vorher wohl kaum so genannt hätte: Geduld.

Ist Glück am Ende vielleicht gar kein reiner Zufall?

Der Apostel Paulus schreibt einmal aus dem Gefängnis heraus, dass er gelernt hat, zufrieden zu sein. Er schreibt nicht, dass er es zufällig gefühlt hat – sondern dass er es gelernt hat. Das klingt nach Übung, nach Training, nach purem Durchhalten. Also nach genau dem, was ich da am Computer erlebt habe.

Vielleicht ist Glück oft genau das, was entsteht, wenn man eben nicht aufgibt. Nichts Spektakuläres – aber dafür echt.

Die feine Grenze: Wenn Ausdauer zur Falle wird

Aber Achtung, hier gibt es einen Haken. Was mich am Bildschirm durchhalten ließ, war ein klares Ziel: Ich wollte etwas Bestimmtes schaffen, ankommen und mich nicht einfach ziellos treiben lassen.

Denn Geduld am Computer oder am Smartphone kann unmerklich kippen. Aus gesunder Ausdauer wird dann ganz schnell Gewohnheit – und aus Gewohnheit kann schleichend eine Abhängigkeit werden. Das gilt im Leben leider für so viele Dinge.

Sucht ist keine Geduld – sie ist ihre billige Fälschung. Geduld führt zu innerer Freiheit und einem Ziel; Sucht führt in die Unfreiheit und betäubt nur.

Wo stehst du gerade?

Kommst du noch mit bei diesem Gedanken? Wo in deinem Leben wartest du vielleicht noch sehnsüchtig auf das große Glück – obwohl die Geduld, die du gerade aufbringst, schon längst der eigentliche Weg dorthin ist?

„Trübsal bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.“ (Römer 5, 3–4)

Bild mit KI generiert


Veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert