Die Schönschwätzer vom Dienst? (Teil 1)

Manchmal lehrt uns der Alltag im Park mehr als das klügste Buch. Über den ersten, schnellen Blick, der uns oft täuscht, eine ganz besondere Wohngemeinschaft auf Zeit und ein großes Wort des Apostels Paulus über das Geheimnis der Zufriedenheit.

Frau Burner denkt laut.

Heute schreibe ich über drei Menschen, die mir begegnet sind und mich vielleicht mehr lehrten als so manches Buch.

Drei Schönschwätzer?

Ich traf sie neulich im Park: Einen Drogenkranken, eine kranke Frau und – so wirkte es zumindest – einen Mitarbeiter von einem Amt. Mein erster, ganz automatischer Gedanke war: Aha! Die Schönschwätzer vom Dienst!

Ich lag völlig falsch.

Keine Hierarchie – einfach echte Gemeinschaft

Ich stand daneben und urteilte, noch bevor ich überhaupt verstand, was dort geschah. Es war der Monatserste, und ich bekam mit, wie der drogensüchtige Mann großzügig alle einlud. Später stellte sich für mich heraus: Es waren die beiden Arbeitslosen, die den Vollzeitarbeiter zum Essen mitnahmen.

Keine Hierarchie. Keine Vorurteile untereinander. Einfach echte Gemeinschaft.

Ein paar Tage später zeigte sich das nächste Bild: Das Geld war wieder weg. Doch diesmal war es der Vollzeitarbeiter, der die anderen trug und für sie einsprang.

So dreht sich das Leben in diesem Kreis. Nicht perfekt, keineswegs – aber füreinander.

Das Leben schönreden – aus tiefer Freude

Aber was mich am meisten berührte: Sie redeten sich wohl das Leben schön – doch sie taten es nicht aus Naivität, sondern aus einer tiefen, spürbaren Freude am Dasein heraus. Sie kannten die Härte der Straße, die Schwere ihrer Schicksale – und liebten ihr Leben trotzdem.

Der Apostel Paulus schrieb einmal aus dem Gefängnis, an einem Ort voller Entbehrung und Dunkelheit:

„Ich habe gelernt, in welcher Lage ich mich auch befinde, zufrieden zu sein.“ (Philipper 4,11)

Diese drei Menschen im Park, die so mancher im Vorbeigehen keines Blickes würdigen würde – sie lebten es einfach.

Wer ist hier eigentlich arm?

Ich ging nach Hause, und nun sitze ich hier und denke laut nach.

Wer von uns ist hier eigentlich arm? Wann habe ich selbst zuletzt jemanden so vorbehaltlos eingeladen, obwohl ich vielleicht das Gefühl hatte, gerade selbst zu wenig zu haben? Und vor allem: Liebe ich mein Leben – trotz und mit allem, was dazugehört?

Wie geht es dir, wenn du solchen Begegnungen im Alltag zuschaust? Ertappst du dich auch manchmal beim schnellen Urteil – und wirst dann überrascht?

Schreib es mir gerne in die Kommentare – ich freue mich auf deine Gedanken!

Alles Liebe, Deine Frau Burner

Die neue Serie auf dem Blog:

  • Teil 1: Die Schönschwätzer vom Dienst? (Du bist hier)
  • Nächster Beitrag: Teil 2 Eine Tasse Kaffee in der Sonne
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3 Kommentare zu „Die Schönschwätzer vom Dienst? (Teil 1)“

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  3. […] ist viel geschehen. Seine Mutter ist gestorben – mitten in einem Fest, wie ihr wisst, wenn ihr Teil 3 gelesen habt. Die Beerdigung liegt hinter ihm. Die Trauerarbeit noch voll vor ihm. Er hat tiefe […]

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