Nahaufnahme einer schwarzen taktischen Taschenlampe auf einer dunklen Oberfläche. Ihr heller Lichtstrahl erhellt feine Staubpartikel in der Dunkelheit und bildet einen klaren Kegel.

Der Blackout (Teil 2): Wenn Kontrollverlust dich nachts wachhält

Stromausfall mitten im Spiel

Kennst du das? Du liegst im Bett, es ist spät, eigentlich willst du nur schlafen. Und dann – aus. Einfach aus.

Genau das passierte mir in einer Nacht, mitten im WM Deutschlandspiel. Ausgerechnet. Ein Stromausfall: kein Licht mehr, kein Ventilator, kein Ton vom Fernseher nebenan. Nur noch Stille und Dunkelheit – und irgendwo da draußen ein Spiel, das ohne mich weiterlief.

Ich lag da und musste sofort an Teil 1 denken. Damals dachte ich noch, ich hätte etwas kaputtgemacht. Dieses Mal wusste ich: Es lag nicht an mir. Eigentlich hätte mich das beruhigen müssen. Hat es aber nicht.

Das Gedankenkarussell im Dunkeln

Kennst du dieses Gedankenkarussell, das sofort anspringt, sobald es dunkel und still wird? Bei mir lief das so ab:

  • Wo ist eigentlich meine Taschenlampe?
  • Habe ich genug Wasser im Haus? Soll ich jetzt noch aufstehen und einen Eimer füllen?
  • Und der Kühlschrank – die Gefriertruhe! Wie lange hält die durch, bis alles auftaut? Was habe ich da überhaupt drin?
  • Was, wenn der Strom nicht wiederkommt – nicht in einer Stunde, sondern tagelang?

Ich versuchte, mich umzudrehen und weiterzuschlafen. Es gelang nicht wirklich. Die Fragen waren lauter als die Müdigkeit – und die Sorge um einen Eimer Wasser ist nun mal kein gutes Schlaflied.

Wenn der Kontrollverlust größer ist als der Stromausfall

Vielleicht kennst du das auch, selbst ohne Stromausfall. Vielleicht ist es bei dir die Nacht vor einem wichtigen Arzttermin. Oder wenn das Konto knapper wird, als dir lieb ist. Der Moment, in dem du merkst: Ich habe gerade absolut keinen Einfluss mehr darauf, was als Nächstes passiert.

Genau das war es, was mich wachhielt. Nicht die Schuldfrage wie beim letzten Mal, sondern die nackte Tatsache: Ich habe gerade keine Kontrolle. Über gar nichts. Nicht mal über den Spielstand.

Was machst du in so einem Moment? Zählst du, was du hast? Oder fragst du dich verzweifelt, ob es reicht?

Ich habe beides gemacht. Ich habe das Wasser im Kühlschrank durchgezählt und im Kopf die Gefriertruhe sortiert – lohnt es sich, für eine Tüte Erbsen jetzt aufzustehen und zu retten, was zu retten ist? (Spoiler: Ich blieb liegen. Die Erbsen mussten allein klarkommen.)

Währenddessen merkte ich: Es geht mir gar nicht um das Wasser oder die Erbsen. Es geht um das Gefühl, genug zu haben, um sicher zu sein. Um nicht kalt erwischt zu werden.

Was der Mensch wirklich braucht

Die Bibel kennt diese tiefe Unruhe gut. Als das Volk Israel durch die Wüste zog, bekam es kein Brot auf Vorrat – sondern immer nur genug für den jeweiligen Tag. Wer mehr sammelte, dem verdarb es. Kein Polster, keine Garantie für morgen. Nur das, was für heute reicht.

„Unser tägliches Brot gib uns heute.“ (Matthäus 6,11)

Nicht: Gib uns Vorrat für ein ganzes Jahr. Sondern nur für heute.

Fazit: Kontrollverlust aushalten

Der Strom kam irgendwann in der Nacht zurück. Vom Spiel hatte ich nichts mehr mitbekommen – wer gewonnen hat, musste ich am nächsten Morgen googeln wie alle anderen auch.

Aber die eigentliche Frage blieb, während ich endlich einschlief: Was braucht ein Mensch wirklich? Wie viel davon ist der sprichwörtliche Wassereimer, und wie viel davon ist schlichtes Vertrauen?

Der nächste Stromausfall kommt bestimmt. Die Frage ist nur, ob ich dann wieder im Geist die Gefriertruhe durchzähle – oder einfach schlafe.

Die Blackout-Serie

Dir hat dieser Text zu denken gegeben? Dieser Beitrag ist der zweite Teil einer kleinen Serie über die Dinge, die uns nachts wachhalten.

Hier geht es zu Teil 1: Wenn das Netz ausfällt – und die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit hochkommt

Hier geht es bereits schon zu Teil 3

Kennst du diese Nächte, in denen das Gedankenkarussell einfach nicht stoppen will? Welche Frage hat dich zuletzt im Dunkeln wachgehalten – und wo hast du schon mal versucht, im übertragenen Sinne die Erbsen in der Gefriertruhe zu retten?

Schreib es mir unten in die Kommentare! Schnapp dir deine virtuelle Taschenlampe, bring ein bisschen Licht ins Dunkel und lass uns darüber austauschen. Ich bin gespannt auf deine Gedanken!


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Kommentare

10 Kommentare zu „Der Blackout (Teil 2): Wenn Kontrollverlust dich nachts wachhält“

  1. Avatar von Peter Lehr
    Peter Lehr

    Ich kenne jemanden, der hat noch nie einen Kontrollverlust gehabt.
    Gott der Vater und Jesus Christus.

    1. Avatar von frauburner

      Ich kenne ihn auch ❤️

  2. Avatar von Marlies Bassis
    Marlies Bassis

    Das Gefühl hatte ich nicht, ich vertraue darauf dass es Menschen gibt, die versuchen zu „reparieren“
    eben, wie Gott uns hilft, dass es wieder gut wird.

    1. Avatar von frauburner

      Danke für deine Gedanken .Bei manchen Gegebenheiten bin ich erst etwas im Sturm der Gedanken , die doch ,dank sei Gott , oftmals ziemlich schnell ,manchmal nur schnell ;)sich wieder schlafen legen 😊🙏

  3. Avatar von Elke Moser
    Elke Moser

    Ich hatte auch vor zwei Wochen einen Stromausfall und mein erster Gedanke waren auch die Erbsen in der Gefriertruhe. Mein zweiter Gedanke war, warum um 21 Uhr, wenn man mit Taschenlampe den Fehler suchen muss. Warum nicht mittags??? Nachdem der Fehler behoben war, hat sich jedoch heraus gestellt, dass die Erbsen in Ordnung waren, aber dass ein elektronisches Gerät den Stromausfall nicht überlebt hat und ein Gerät so durcheinander war, dass es nur der Fachmann wieder richten konnte. Die Erbsen wären mir lieber gewesen, aber ich habe gelernt, dass man sich nicht mit Kleinigkeiten verrückt machen soll, sondern lieber mit den großen Problemen beschäftigen sollte. Aber selbst die großen Probleme sind oft nicht so groß, dass man sie nicht wieder in Ordnung bringen kann. Es gibt für die meisten Probleme eine Lösung!

    1. Avatar von frauburner

      Danke liebe Elke für deine Gedanken 💕

  4. Avatar von Dora Etzel
    Dora Etzel

    Hallo zusammen,

    bei uns gab es letzte Woche einen 15-minütigen Stromausfall – ausgerechnet morgens um 7:05 Uhr. Es war schon schön hell, die Sonne ging langsam auf, und ich wollte mir gerade meinen Morgenkaffee machen…

    Übrigens haben wir vorletzte Woche eine Kaffeemaschine gekauft, die sehr spät ankam. Der Liefertermin wurde sogar zweimal verschoben. Da habe ich mir überhaupt keine Gedanken über eine Taschenlampe oder die Erbsen in der Gefriertruhe gemacht… 😜🙃

    Liebe Frau Burner ❤️, vielen lieben Dank für deine Aufmerksamkeit und dafür, dass du auf das Thema Stromausfall und den kompletten Blackout aufmerksam machst. Da merkt man wieder, dass der Morgenkaffee im Vergleich eigentlich nur eine Kleinigkeit ist.

  5. Avatar von Andrea
    Andrea

    Kontrollverlust….ohja, das kenn ich….von mir😎
    Wobei mich nun der Stromausfall, der doch ab und an mal Guten Tag sagt, weniger beunruhigt als noch vor 1 Jahr.
    Woran das liegt? Am Vertrauen , es wird schon werden, wieder repariert, wieder ein Reset gemacht
    Ganz liebe Grüße ❤️

    1. Avatar von frauburner

      So schauts aus . Danke für deinen Kommentar ..ja es wird schon wieder 🙏❤️

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