„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Doch wer ist eigentlich dein Nächster? Dazu möchte ich heute ein paar Gedanken und Fragen mit euch teilen.
In unserer heutigen Zeit wird oft versucht, Menschen ideologisch zu definieren. Viel zu schnell wird jede und jeder in eine Schublade geschoben – und Deckel drauf! Auch wir stecken oftmals in unserer selbsterbauten, kuscheligen Blase fest, ohne es überhaupt zu bemerken. Wir haben unsere eigenen Gruppen, und das sind dann die „Guten“ oder auch die Opfer mancher Kategorien.
Ist damit unser Nächster gemeint?
Eine der tiefsten Fragen der Menschheit
Ja, wer ist unser Nächster? Das ist wohl eine der tiefsten Fragen der Menschheit – und sie kommt direkt aus dem Herzen biblischer Überlieferung. Die kurze, fast provozierende Antwort Jesu lautet:
Jeder, der gerade in meiner Nähe ist und meine Hilfe benötigt.
Das gilt ganz besonders auch für denjenigen, den wir von uns aus gar nicht als unseren Nächsten empfinden würden. Der Nächste ist nämlich nicht primär der, der dir oder mir sowieso schon nahesteht. Nächster wird der, dem du und ich zum Nächsten werden – und zwar durch unser konkretes Handeln.
Wenn der Nächste unbequem wird
Der Nächste kann ein betrunkener Obdachloser sein (nur als Beispiel – ganz ohne Klischee!). Es können Menschen sein, die wir im Alltag bewusst oder unbewusst übersehen. Der Nächste kann ein Mensch sein, dessen Weltanschauung oder Religion überhaupt nicht mit unserer konform geht. Es kann ein Kollege sein, der uns mobbt, oder sogar jemand, der uns sehr verletzt und wehgetan hat.
Es geht also nicht darum zu sagen: „Diese Menschen hier, das sind meine Nächsten.“ Sondern die Frage lautet: Wem werde ich heute zum Nächsten?
Nächstenliebe ist kein Gefühl, sondern eine Tat
Der Nächste ist der, dessen Not wir gerade ganz konkret wahrnehmen. In einer Welt voller globaler Nachrichten kann das schnell überwältigend sein. Aber es beginnt eben ganz im Kleinen bei den Menschen, die wir direkt erreichen – und nicht bei den abstrakten Massen.
Nächstenliebe ist kein Gefühl, sondern eine Tat.
Diese Gedanken können unheimlich befreiend für uns wirken. Sie helfen uns, von der immer wiederkehrenden Frage „Wer gehört zu uns?“ wegzukommen, um stattdessen viel konkreter zu fragen:
- Wen sehe ich?
- Wie sehe ich?
Zum Nachdenken für dich:
Bei welchen Menschen fällt es dir persönlich besonders schwer, sie als deinen „Nächsten“ zu sehen? Wo fällt es uns schwer, aus unserer Blase herauszutreten?
Ich lade dich ein, laut mitzudenken – lass mir gerne deine Gedanken in den Kommentaren da!
Gottes Segen !
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